Apple-ID


Ersteinrichtung Apple Hardware

Aus jahrelanger Erfahrung bei der Betreuung von Kunden hat sich herausgestellt, das bei der Ersteinrichtung eines Apple-Gerätes, vieles schiefgehen kann, bis hin zum Totalschaden für den Besitzer. Aus diesem Grund habe ich hier einige nützliche und hoffentlich verständliche Tipps zusammen gefasst.

Immer mehr Anbieter gehen zum Selbstschutz ihrer Benutzer dazu über sichere Schutzfunktionen zu implementieren. Ein einfaches Passwort reicht dabei schon lange nicht mehr aus. Schon beim Erstellen eines Benutzerkontos wird dazu gezwungen bestimmte Sicherheitsparameter einzuhalten. Angefangen von einem kryptischen langen Passwort bis hin zu weiteren zusätzlichen Konto-Schutzmaßnahmen wie eine 2FA oder Bestätigung in zwei Schritten. Dies macht die Authentifizierung für den Endbenutzer natürlich immer komplexer. Nicht selten passiertes es dann, das man sich selber aus seinem Account aussperrt. Diese Art der Zwei-Faktor-Authentifizierung gibt es auch schon länger, wir kennen das alles vom Online-Banking mit der Eingabe der TAN. Auch hier wird jede Transaktion oder Anmeldung durch eine zusätzliche Sicherheitsstufe abgefragt.

Übrigens, gelten diese Tipps hier nicht nur für die Apple-Welt, sondern vergleichbar auch für viele anderer Hersteller.


Anlegen der Apple-ID

Solltest du ein iPhone oder iPad mit Cellular erworben haben, muss erst einmal eine SIM-Karte rein. Die Nano-SIM lässt sich nur in einer bestimmten Position in den seitlichen Schacht einlegen. Achte darauf das die SIM nicht falsch herum eingeschoben wird. Schon leichte Gewalt ist hier zu vermeiden und du macht was falsch.

Ein iPhone lässt sich bei der ersten Inbetriebnahme nur mit einer Internetverbindung und korrekt eingesetzter und funktionierender SIM einrichten. Ist das iPhone dann komplett eingerichtet, muss nicht zwingend eine SIM eingesetzt bleiben. Es gibt ja durchaus Szenarien wo man die SIM nicht im Gerät haben will oder braucht, wie z.B. als Backup- oder Zweitgerät!

Halte den seitlichen rechten Schalter einige Sekunden gedrückt bis das Apple Logo erscheint, wähle die Sprache und das WLAN (wenn vorhanden). Anschließend wirst du nach deiner Apple ID gefragt. Das wohl wichtigste und entscheidendste beim ersten Einrichten ist das anlegen einer Apple ID, diese ist der Dreh- und Angelpunkt im gesamten Apple-Universum. Die Apple ID besteht aus einer selbst gewählten E-Mail Adresse und einem selbst gewählten Passwort. Die E-Mail Adresse sollte auf jeden Fall eine Adresse sein die auch zu erreichen ist und auch in der Zukunft zu erreichen ist. Benutze keine Firmen-Adresse, weil diese E-Mail Adressen der Firma gehören und nicht dir. Macht die Firma Pleite oder du wechselst den Arbeitsplatz, ist auch die E-Mail weg. Wähle am besten deine persönliche E-Mail Adresse mit der du täglich arbeitest. Jetzt das wichtigste: Das vergeben eines Passwortes für deine Apple ID. Wähle ein langes und kryptisches Passwort und vergesse es nicht! Die Apple-ID benötigst du auch später um Käufe im App-Store zu tätigen. Bei kostenlosen und kostenpflichtigen Apps wird die ID abgefragt und der Kauf mit dieser ID verknüpft. Die Software gehört dir dann auf Lebenszeit mit dieser eindeutigen Apple-ID. Vergisst du dein Passwort und legst dir eine neue Apple-ID an, sind alle deine Käufe weg, noch ein Grund sein Passwort nicht zu vergessen.

Die Apple-ID ist übrigens nicht die 6 stellige PIN zum entsperren des iPhones/iPads, die du auch während der Ersteinrichtung vergeben musst. Mit der PIN entsperrst du nur dein iPhone/iPad, mit der Apple-ID gelangst du in deinen Account bei Apple. Das Entsperren kannst du auch mit biometrischen Daten einrichten (Face-ID oder Touch-ID). Die PIN sollte man übrigens auch nicht vergessen und auch nicht zig mal falsch eingeben, mit jeder Falscheingabe verlängert sich die Pause zwischen den Versuchen bis auf Jahre. Solltest du die PIN vergessen haben lässt sich das Gerät nur nach Zurücksetzen in den Werkszustand wiederverwenden, das heißt aber im Umkehrschluss, der Verlust aller auf dem Gerät gespeicherten Daten. Darum Backup machen oder in der Cloud speichern.

Beim Anlegen der Apple-ID wird deine Hardware mit deiner ID verheiratet, deine Apple ID ist ab dann mit diesem Gerät fest registriert und wird in eine Datenbank bei Apple eingetragen. Solltest du also beim Anlegen der Apple-ID Fehler gemacht haben, z.B. vertippen bei der E-Mail Adresse oder beim Passwort, sperrst du dich aus deiner eigenen Hardware aus. Alle Apple-Geräte besitzen eine eindeutige unveränderliche Hardware-ID die bei der Ersteinrichtung mit deiner Apple-ID verknüpft wird, daher ist dieser Schritt besonders wichtig!

Beim regulären und rechtmäßigen Kauf eines Apple Gerätes wird dieses zusätzlich als ein rechtmäßig verkauftes Gerät von Apple registriert und für den Endbenutzer freigeschaltet. Daher macht es auch keinen Sinn in einem Laden ein iPhone/iPad, etc. zu stehlen. Diese geklauten oder vom LKW gefallenen Geräte sind nicht benutzbar und können jederzeit von Apple aus der Ferne gelöscht werden. Auch ein anlegen einer Apple ID würde fehlschlagen, da diese Geräte nicht freigeschaltet sind. Daher noch ein Tipp am Rande: Der Kauf eines iPhones zum super Preis beim osteuropäischen Kumpel im Hinterhof bringt nur dem Hehler was, auch wenn die Dinger original eingeschweißt sind. Das böse Erwachen kommt dann beim Einrichten der Apple-ID.

Einige schaffen es durch Fehleingaben/Verhalten sich komplett aus ihren Account auszusperren. Selbst das Zurücksetzen in den Wartungszustand (DFU-Modus), um dann wieder erneut mit der Einrichtung zu beginnen, funktioniert dann nicht mehr. Sollte man sich als rechtmäßiger Besitzer einer Apple Hardware selber dermaßen aus seinem Account aussperren, weil Passwort vergessen oder viele andere Gründe (ich rede hier aus Erfahrung), besteht nur noch die Möglichkeit in einem Apple-Store sein Gerät zurücksetzen bzw. entsperren zu lassen, so das ein neues Einrichten einer Apple-ID wieder möglich ist. Dabei wird die mit der Hardware-ID verknüpfte Apple-ID gelöst, allerdings nur mit der Originalrechnung des Gerätes bei Übereinstimmung der Serien-Nummer auf dem Gerät und Rechnung. Übrigens gibt es diese ganzen Schutzfunktionen auch bei Google/Android. Dort heißen sie nur anders.

Apple verweigert bei nicht vorhandener Originalrechnung oder unterschiedlichen Serien-Nummern den Support wegen Verdacht auf Hehlerware.


Benutzerangaben

Wenn du die Apple-ID eingerichtet hast wirst du nach deinen Benutzerangaben gefragt, viele vergeben hier aus falsch verstandenen Datenschutzgründen irgendwelche Fantasienamen. Gebe deinen richtigen Namen, Adresse und eine zu erreichende Telefon, bzw. Mobilfunknummer an. Bei einem iPhone am besten die Nummer der SIM-Karte die auch im Gerät eingelegt ist. Vergebe als Fallback-Lösung auch noch eine zweite oder dritte E-Mail Adresse und Telefon-Nummer. Solltest du dich mal aus deinem Account aussperren, kannst du darüber wieder in deinen Account rein. Du wirst später im Laufe der Einrichtung auch nach einer Zwei-Faktor-Authentifizierung für die Apple-ID gefragt. Diese ist nicht zwingend erforderlich, macht aber Sinn zu aktivieren als zusätzlichen Schutz deines Accounts. Du kannst die Eingabe der Apple-ID auch durch automatisierte Eingabe biometrischer Daten, wie Face-ID oder Touch-ID vereinfachen. Das soll aber nicht heißen das du dann deine Zugangsdaten zu deiner Applewelt einfach vergessen kannst.


Einrichten der iCloud

Ohne Cloudlösungen geht Heute gar nichts mehr. Bei Apple heisst diese iCloud. Es gibt viele Cloudlösungen wie z.B. GoogleCloud oder OneDrive bei Microsoft. Du kannst diese Cloudspeicher auch gemeinsam mit der iCloud von Apple auf deinem Gerät nutzen. Du bist nicht gezwungen die iCloud von Apple zu benutzen. Allerdings macht diese in vielerlei Hinsicht Sinn und bringt dir einigen Komfort.

Mit dem Anlegen deiner Apple-ID hast du automatisch Zugang zur iCloud mit kostenlosen 5 GB Online-Speicher. Leider ist Apple was die Gratis-Datenmenge an Speicher angeht hier sehr geizig, aber für 1€ im Monat kannst du deinen Speicher auf 50 GB upgraden, wenn gewünscht Deine persönliche Apple-ID ist auch hier wieder das Eingangstor zu deiner iCloud, damit authentifizierst du dich beim Anmelden. Deine gesamten Kontakte, Notizen, Kalendereinträge, Browser-Lesezeichen und noch viele andere Dinge kannst du jetzt in der iCloud speichern. Solltest du dir ein zweites oder drittes Apple-Gerät kaufen und dich mit deiner vorhandenen Apple-ID dort anmelden, werden sämtliche oben genannte Daten mit deinen Apple-Geräten synchronisiert, egal ob iPhone, iPad oder Mac. Viele Kunden speichern ihre Daten lokal auf dem Gerät, verlierst du z.B. dein iPhone oder es wird gestohlen, sind auch deine Daten weg, aber nicht wenn du sie in der iCloud hast.

Aktiviere auch auf deinem Apple Gerät die Funktion „Wo ist“. Auf dieser Webseite kannst du dann danach suchen, bzw. den letzten Standort abfragen, oder auch Fernlöschen. Ist diese Funktion aktiv, kann ein Finder oder Dieb dein iPhone nicht in Betrieb nehmen und es ist für diesen völlig nutzlos (außer zum Ausschlachten der Teile). So manches iPhone ist durch diese Funktion wieder zu seinem Besitzer zurück gekommen.

Alle anderen Einstellungen für Apple-Geräte und dem Betriebsystem iOS und macOS findest du auf folgenden Webseiten:


Apple Hardware richtig verkaufen

Irgendwann kommt der Tag an dem du vielleicht dein altgedientes iPhone, iPad oder Mac verkaufen möchtest. Das kannst du privat oder auch z.B. beim Eintausch eines neuen Gerätes bei einigen Händlern tun. Wichtig dabei ist auf jeden Fall dein Gerät richtig zu löschen und von deiner Apple-ID zu entknüpfen. Der neue Besitzer kann dein zu verkaufendes Gerät nicht einrichten und keine Apple-ID darauf anlegen wenn du dein altes Apple-Gerät nicht richtig abmeldest. Gebe dem neuen Besitzer auch die Originalrechnung mit, er wird sie vielleicht mal brauchen. Andersherum gilt das gleiche. Solltest du dir selber mal ein gebrauchtes iPhone kaufen, achte darauf das der Vorbesitzer seine Apple-ID vom Gerät gelöst hat, sonst kannst du dieses iPhone nur als Briefbeschwerer nutzen. Beim Einrichten der Apple-ID eines gebrauchten iPhones, welches noch mit der ID des Vorbesitzers verknüpft ist, wird nach dessen ID gefragt. Hast du diese nicht, kannst du das iPhone nicht für dich einrichten und benutzen. Daher ist beim Kauf von gebrauchter Apple Hardware immer Vorsicht geboten und sollte von vertrauenswürdigen Quellen kommen. Verlange auch die Originalrechnung von dem gebrauchten Gerät des Vorbesitzers. Achte auf Übereinstimmung der Serien-Nummer auf der Rechnung. Ist keine Rechnung vorhanden oder stimmt die Serien-Nummer nicht überein –  Finger weg! Die Rechnung wird auch benötigt um gesperrte Geräte vom Apple-Support kostenpflichtig entsperren zu lassen.

Kleiner Verkaufstipp:
Verwahre immer die Originalverpackung deiner Apple Geräte mit sämtlichen Zubehör. Schütze dein iPhone oder iPad mit einer Hülle und einem Panzerglas, so erzielst du später wesentlich höhere Verkaufspreise. Tauscht du dein Apple-Gerät bei einem autorisierten Apple Händler ein, wird dieser das Gerät genau unter die Lupe nehmen, selbst kleinste Kratzer oder Macken drücken den Verkaufspreis extrem nach unten.


Was du auf gar keinen Fall machen solltest

Lege nicht für jedes Apple-Gerät eine eigene Apple-ID an. Selbst wenn du 100 iPhones hast, kannst du diese mit einer einzigen Apple-ID einrichten und verknüpfen. So bleiben alle deine Daten und Käufe auf allen Geräten synchron. Außerdem kannst du auf der Webseite von Apple alle deine Geräte zentral einsehen und verwalten. Es sei denn du bist Entwickler oder App-Programmierer, da machen mehrere ID’s schon mal Sinn, im privaten Gebrauch ist das völliger Quatsch.

Viele vergessen mit der Zeit ihre Zugangsdaten. Zettel mit notierten Passwörtern sind nicht mehr auffindbar oder stimmen nicht mehr weil sie veraltet sind. Wird sich dann irgendwann ein neues Gerät gekauft und soll dieses mit der vorhandenen Apple-ID eingerichtet werden, steht man dumm da. Viele vergeben sich dann einfach eine neue ID und genau hier ist der Kardinalfehler. Man verliert sämtliche mit der iCloud synchronisierte Daten wie Telefon-Nummern und Adressen, die ganzen App-Käufe und In-App-Käufe, die teure Audio/Videoschnitt-Software oder Spiele auf dem Mac, das kann je nach dem einige tausend Euro sein, sind dann unwiderruflich weg. Abgeschlossene Abo’s laufen weiter und können nicht gekündigt werden. Eingegebene Kreditkarten und Zahlungsmethoden lassen sich nicht mehr löschen oder verwalten. Entweder man hat irgendwelche Fallback-Lösungen bei seiner Apple-ID hinterlegt, um dann doch noch irgendwie in seinen Account zu kommen, oder man muss den letzten steinigen Weg, der Accountwiederherstellung gehen, um wieder Zugang zu erlangen.

Nebenbei erwähnt, meine Haupttätigkeit ist das Programmieren von Webseiten. Allerdings geht mittlerweile die meiste Zeit dabei drauf um bei Freunden/Bekannten und Kunden die vielen vergessenen Passwörter wiederherzustellen. Einige lassen nicht mehr retten, weil beim Erstellen der Zugänge alles falsch gemacht worden ist was man falsch machen kann. Darum, speichert eure Zugangsdaten sofort in einem Passwortmanager wie z.B. Bitwarden. Zettelwirtschaft und Passwort-Amnesie ist voll 90er. So musst du dir nur noch ein Master-Passwort merken und kommst an alle deine Passwörter heran.